Vorschlag Anmoderation

Im Stadtteil Horn-Lehe hat sich das Klima verändert. Eine Gruppe von etwa 30 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren randaliert. Sie versetzten Anwohner in Angst und Schrecken.

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O-Ton: Belästigen Autofahrer, halten Autos an, werfen mit Gegenständen,
man wird angepöbelt von den Jugendlichen.
Wenn mir da so eine Gruppe jugendlicher begegnet, ich gehe also auf die andere Seite, ich habe Angst.
Kratzer an den Wagen oder das die Reifen zerstochen sind
Und unsere jungen Mädchen sind massiv bedroht worden mit einem Messer, dass sie gesagt haben, wenn ihr raus kommt stechen wir euch ab, also es sind schon massive Drohungen ausgesprochen worden.

Die Situation eskalierte im letzten Frühjahr.
Die Anwohnerschaft Horn-Lehe ist polarisiert.
Nach den Motiven der Jugendlichen gefragt, antworten Gleichaltrige.

O-Ton: Langeweile, ich find das übertrieben. Langeweile, Langeweile, weil hier gibt es nichts zu tun. Ja hier gibt es gar nichts, also man kann bei allem anfangen, zumindest ein Freizi.

Zumindest ein Freizi, ein Freizeitheim wollen die Jugendlichen. Das Alte ist vor zwei Jahren abgebrannt. Seither treffen sie sich auf dem Wendekreis der Bergiusstraße.
Dort am Schaltkasten feiert die Jugend ihre Partys.
Das neue Freizeitheim soll erst Ende 2004 fertig werden. Bis dahin sollte es eine Übergangslösung geben, doch die wird noch diskutiert.

O-Ton: Wir wollten Container haben, wo die rein gehen können - ist auch irgendwie noch nicht. Wir waren mal auf so einer Besprechung und da haben die auch gesagt, dass das irgendwann jetzt kommen soll. Das muss erst mal die Beamtenwege gehen, die ganzen Behördengänge, was weiß ich – kam auch nicht.

Über die Gestaltung des Freizeitheims haben die Jugendlichen schon jetzt konkrete Vorstellungen.

O-Ton: Wir kriegen eine Disko da rein und alles so Räume wo man was machen kann, Mädchenräume, alles so Aktivitäten, was man da so machen kann.
Möbel und so was, dass wir uns da hinsetzen können.
Selbstöffnungsräume finde ich wichtig dann, dass wir auch ohne Betreuer die Räume öffnen können, z.B. an Wochenende. Wir haben jetzt die Jugendleiterkarte und wir können das Freizi auch selber aufmachen.

Auch die geschädigten Anwohner unterstützen das Projekt.

O-Ton: Wir haben uns zusammengetan und haben einen Antrag an die Sozialbehörde gestellt. Dann haben wir eine Alternativlösung bei der nächsten Beiratssitzung gefordert, bzw. es wurde versprochen, dass ein Container aufgestellt wird in der Nähe des alten abgebrannten Freizeitheims, damit die Jugendlichen eine Möglichkeit haben sich zu versammeln und zu treffen.

Alle in Horn-Lehe streben nach einer Übergangslösung,
warum es immer noch keine gibt,
dazu Ortsamtsleiter Dr. Ulrich Mix

O-Ton: Bürokratie sag ich mal. Der Eine sagt, die Mittel waren da, der Andere sagt, die Mittel wurden nicht abgerufen. Aus meiner Sicht hätte so ein Container innerhalb von Tagen, hätte man dort implementieren können, auch so ein kleines Holzhäuschen hätte man dort mit den Jugendlichen bauen können und dann hätte man dort auch ein Anlaufpunkt gehabt, um sie zu beschäftigen, wozu der Beirat auch die Mittel zur Verfügung gestellt hat. Aber das ist alles nicht passiert. Das wäre auch Aufgabe der Sozialbehörde gewesen, das zu organisieren. Aber das hat alles nicht geklappt und jetzt haben wir ein Problem dort oben in der Ecke.

Polizei und Justiz sollen das Problem in den Griff bekommen fordert Ulrich Mix

O-Ton: Die Gewaltspisrale, die dort entstanden ist, die muss erst einmal gestoppt werden. Die Polizei hat nun Verstärkung angefordert. Wir werden dort, die Polizei vor allen Dingen, erhöhte Präsenz zeigen. Wir werden aber auch mit den Justizbehörden sprechen, Leute bedrohen, Garagen anstecken, Reifen aufstechen, damit ist jetzt Schluß!